LUNA

Wege zur nachhaltigen Integration

Berufliche Orientierung für geflüchtete Ukrainerinnen

Das Projekt verfolgt das Ziel, qualifizierte geflüchtete Frauen aus der Ukraine in ihrer Rückkehr ins Berufsleben in Deutschland zu unterstützen. Durch gruppenbasiertes, strukturiertes Facilitation möchten wir Frauen befähigen, ihre berufliche Identität wiederzuerlangen, sich sicher im deutschen Arbeitskontext zu bewegen und langfristig nachhaltige Beschäftigungsperspektiven zu entwickeln.

Erfolge zeigen sich in konkreten Vermittlungen in Arbeit oder Ausbildung, verbesserten Sprach- und Fachkenntnissen sowie stabilen Netzwerken. Gleichzeitig liefert das Projekt wertvolle Impulse für andere Berufsgruppen und Organisationen, die Arbeitsintegration fördern möchten.

Projektbericht – direkt nutzen und durchstarten!

Unser Projekt haben wir in einem lebendigen, praxisnahen Bericht zusammengefasst. Methoden, Erfahrungen und Ergebnisse stehen bereit, um Partner:innen und andere Organisationen im Bereich der beruflichen Integration neue Impulse für ihre eigenen Projekte zu geben. Lade den Bericht herunter, lass dich inspirieren und starte direkt durch! Wir freuen uns darauf, unseren Ansatz zu präsentieren, gemeinsam zu diskutieren und unser Wissen zu teilen!

Integration im Fokus

Strukturiertes Gruppencoaching in Aktion

Die bisherigen Erfahrungen mit individueller Begleitung geflüchteter Frauen im Integrationsprozess zeigen klare Grenzen: Mentoring im 1:1-Format ist nicht skalierbar, personalintensiv und häufig nicht in der Lage, eine nachhaltige soziale und berufliche Aktivierung zu bewirken. Unser Projekt setzt deshalb bewusst auf ein neues, strukturgebendes gruppenbasiertes Format, das auf der Methode der prozessbegleitenden Facilitation beruht.

Strukturiertes Gruppencoaching in diesem Kontext bezeichnet moderierte Gruppenprozesse, die klar definierten Etappen und Zielen folgen und gezielt auf die berufliche (Re-)Integration geflüchteter Frauen ausgerichtet sind. Dabei übernimmt eine erfahrener Facilitatorin die Leitung und begleitet die Teilnehmerinnen durch einen Prozess, der nicht nur auf die Vermittlung von Wissen, sondern vor allem auf erfahrungsorientiertes, selbstreflektierendes Lernen setzt. 

Die Dynamik und der soziale Rückhalt innerhalb der Gruppe werden dabei bewusst genutzt, um gegenseitige Unterstützung und Motivation zu fördern. Das Coaching ist auf die Lebensrealität der Teilnehmerinnen zugeschnitten und berücksichtigt ihre spezifischen Bedürfnisse, Herausforderungen und Ressourcen. Im Mittelpunkt steht der Aufbau von Orientierung, Selbstvertrauen und Handlungskompetenz durch den Austausch unter Gleichgestellten, das Kennenlernen von Rollenvorbildern und das gemeinsame Navigieren durch die bürokratischen und kulturellen Hürden des deutschen Arbeitsmarkts.

Implementierung

Bausteine

Von Oktober 2022 bis August 2025 haben wir im Rahmen unseres Mentoring-Projekts zur beruflichen Integration verschiedene Formate erprobt, um herauszufinden, welche Elemente eine erfolgreiche Unterstützung der Teilnehmerinnen besonders wirksam machen. Dabei haben wir gezielt die Bedürfnisse der Teilnehmenden berücksichtigt und Rückmeldungen gesammelt, um die Wirksamkeit einzelner Maßnahmen praxisnah zu überprüfen. Auf Grundlage dieser Erfahrungen haben wir alle zentralen Bausteine identifiziert, die für eine strukturierte, unterstützende und nachhaltige Mentoring-Arbeit entscheidend sind. Jeder Baustein reflektiert die Erkenntnisse aus der Praxis und legt den Grundstein für eine effektive Zusammenarbeit, vertrauensvolle Beziehungen und die kontinuierliche Weiterentwicklung innerhalb der Gruppen.

Facilitatorinnen

Erfahrene Facilitatorinnen mit Migrationshintergrund: Navigatorinnen, Moderatorinnen, Vertrauensquelle.

Onboarding

Einführung neuer Teilnehmerinnen in die Gruppenkultur, Kommunikationsregeln, Ressourcen und Erfolgsgeschichten.

Vertrauen & Haltung

Prinzip „Ich bin wie ihr“: Persönliche Identifikation der Facilitatorinnen mit den Teilnehmerinnen als Vertrauensquelle.

Fachgruppen

Professionelle Gruppen (z. B. Buchhaltung, Pädagogik) als Grundlage für Mentoring und Erfahrungsaustausch.

Themen & Formate

Themenbezogene Treffen: Anerkennung, Bewerbung, Vorstellungsgespräch, alternative Wege.

Feedback-Schleifen

Halbjährliche Umfragen und informelle Signale: Aktualisierung des Gruppenstatus, Ermittlung von Bedürfnissen.

Telegram-Plattform

Minimal-strukturierte, aber effektive Umgebung: Chat, angepinnte Nachrichten, FAQ, Umfragen.

Skalierbarkeit

Möglichkeit, das Modell auf weitere Berufe und Regionen zu übertragen – ohne Verlust der Qualität.

Peer-Netzwerk

Horizontale Unterstützungsstruktur innerhalb der Gruppe: die Teilnehmerinnen helfen sich gegenseitig und tauschen Fallbeispiele aus.

Orientierung, Unterstützung und Perspektiven

Profil der Teilnehmerinnen

  • Die Teilnehmerinnen sind Frauen mit Flüchtlingsstatus aus der Ukraine, die ab 2022 nach Deutschland eingereist sind, im Alter von 25 bis 60 Jahren.
  • Die meisten verfügen über einen Hochschul- oder Fachhochschulabschluss und haben häufig mehr als zehn Jahre Berufserfahrung.
  • 70–90 % der Frauen kamen mit Kindern nach Deutschland und betreuen diese überwiegend selbstständig.
  • Bei ihrer Ankunft hatten die Teilnehmerinnen kaum Deutschkenntnisse (Niveau A0) und nur eingeschränkte Englischkenntnisse.
  • Sie haben ein geringes Verständnis für deutsche Institutionen, bürokratische Abläufe und berufliche Normen.
  • Ihre Motivation zur Teilnahme am Projekt besteht darin, Stabilität zu gewinnen, ihre berufliche Identität wiederaufzubauen, sich im deutschen Arbeitsmarkt zu orientieren sowie Unterstützung und Austausch mit Gleichgesinnten zu erhalten.
Struktur geben, Entwicklung fördern

Profil der Facilitatorinnen

  • Fähigkeit, Projektabläufe zu planen, Hypothesen zu formulieren und iterativ zu arbeiten.
  • Kompetenz, Gruppentreffen zu leiten, Chats zu moderieren und die Aufmerksamkeit der Teilnehmerinnen zu halten.
  • Empathie und psychologisches Verständnis: Ängste erkennen, Unterstützung anbieten und Vertrauen aufbauen.
  • Netzwerkfähigkeit: Expertinnen einbinden und Kontakte zu Stadt, Schulen und Institutionen nutzen.
  • Motivationales Leadership: Ziele formulieren, Erfolge anerkennen und Fokus der Gruppe bewahren.
  • Digitale Kompetenz: Messenger, Dateien, Umfragen und Informationsstruktur effizient nutzen.
  • Systemisches Denken: Deutsche Anerkennung, Berufsstrukturen und Marktanforderungen verstehen.
  • Navigation & Übersetzung: Komplexes in einfachen Worten erklären, praxisnahe Beispiele geben.
  • Engagement, das Projekt als lebendige, flexible und nachhaltige Struktur zu gestalten, in der Wachstum und Unterstützung möglich sind.
Kompetenzen nutzen, Berufserfahrung wiederaufbauen

Berufsgruppen im Projekt

Das Projekt fokussiert sich auf zwei Berufsgruppen: Buchhalterinnen und Pädagoginnen/Erzieherinnen. Beide Berufe nutzen die vorhandenen Erfahrungen und Kompetenzen der Teilnehmerinnen und bieten realistische Einstiegsmöglichkeiten auf dem deutschen Arbeitsmarkt.

  • Buchhalterinnen: Einstieg ohne Anerkennung möglich, z. B. Weiterbildungen, Assistenztätigkeiten, Minijobs; Hauptbarrieren: Fachsprache, Buchhaltungssoftware, rechtliche Anforderungen.

  • Pädagoginnen/Erzieherinnen: Einstieg über Ausbildung, Umschulung oder Assistenzrollen; Herausforderungen: Anerkennung, Fachsprache, neue Rollenstrukturen.

Ideen teilen, Wege gestalten

Impulse für neue Zielgruppen

Wir haben im Projekt systematisch erprobt, wie geflüchtete Frauen erfolgreich in den Arbeitsmarkt integriert werden können. Unsere Erfahrungen zeigen, dass sowohl intensive Kleingruppen mit enger Begleitung als auch skalierbare Online-Communities wirksame Formate sind, um Motivation, Selbstvertrauen und Vernetzung zu stärken.

Die gewonnenen Erkenntnisse lassen sich auf andere Berufsgruppen und Zielgruppen übertragen. Besonders wirkungsvoll sind Methoden wie persönliche Betreuung, sichtbare Erfolgserlebnisse, flexible Zugänge zu Ausbildung oder Praxis sowie die Schaffung selbstorganisierender Strukturen. Wir nutzen diese Impulse, um Partnern und Organisationen konkrete Ansatzpunkte für die Entwicklung eigener Integrationsprojekte zu bieten und nachhaltige Wege in den Arbeitsmarkt zu gestalten.